PostHeaderIcon Dillinger Kerb 2012

 

 

PostHeaderIcon Der Baum für die Kerb ist gestellt (Friedrichsdorfer Woche vom 22.07.2010)

 

PostHeaderIcon Auf zur Kerb in der Republik! (TZ vom 22.07.2010)

Morgen Abend startet die 35. Auflage der Dillinger Neukerb. Der Baum steht, die Kerbeburschen haben sich warm gesungen. Jetzt hoffen die Organisatoren nur noch darauf, dass das Publikum in die «freie Republik» strömt.

Friedrichsdorf. Als die kleine Gruppe sich 1976 daran machte, die 1826 erstmals gefeierte Dillinger Kerb wiederzubeleben, hätte wohl keiner damit gerechnet, dass die Veranstaltung einmal solch einen Kultstatus erlangt. Wenn morgen um 18 Uhr der «Dillinger Dom» – die Hauptkirche der «freien Republik Dillingen» – zum traditionellen «Domgeläut» ansetzt, heißt es wieder: hoch die Bembel. Denn dann wird die Kerb von der Kerbegemeinde bestehend aus Dillinger Freunden, Kerbeburschen, Kerbebienen und dem Gesangsverein Dillingen am Dillinger Brunnen eröffnet.

Nachdem bereits am vergangenen Wochenende der Kerbebaum auf der «Kreuzgass» gestellt und die Vorkerb als gelungene Generalprobe gefeiert wurde, soll nun auch das Kerbewochenende zum vollen Erfolg werden. Dazu haben sich die Beteiligten einiges einfallen lassen. Traditionell werden auch in diesem Jahr wieder einige Neu-Kerbeburschen geweiht, bevor am Freitag die «Dillinger Buben» und am Samstag die Band «Four on the Floor» für gute Stimmung sorgen wollen.

Für das jüngere Publikum gibt es Partymusik im Zelt der Kerbeburschen.

Wieder Krummgasskegeln

Auch an die ganz jungen Gäste wurde gedacht: Auf dem am Samstag von 14 Uhr an stattfindenden Kinderflohmarkt haben kleine «Geschäftsleute» die Chance, ihr Taschengeld aufzubessern, das sie dann anschließend wieder am Süßigkeiten- oder Crêpe-Stand investieren können. Voranmeldungen sind hier wie in jedem Jahr nicht nötig.

Unterdessen bekommen die «großen Kinder» die Gelegenheit, ihr Können an der Schießbude unter Beweis zu stellen.

Auch wird in diesem Jahr wieder das beliebte «Krummgasskegeln» veranstaltet – los geht es am Samstag gegen 15 Uhr, bevor von 17 Uhr an die Kerbeburschen aus den umliegenden Gemeinden zum «Kerbeburschen-Fünfkampf» gegeneinander antreten. Hierfür haben sich die Veranstalter wieder einige Wettkämpfe ausgedacht, die die Gruppen sehr unorthodox angehen müssen.

 

PostHeaderIcon Dillingen sucht den Superstamm (TZ vom 19.07.2010)

Zu schepp, zu mager, zu dick: Die Wahl des perfekten Kerbebaumes ist ein wahres Abenteuer.

15 Meter hoch, von schlankem, ebenmäßigem Wuchs soll er sein. Und eine Spitze muss er haben, die etwas hermacht. Gefällt wird immer nur der Schönste. Wenn die Dillinger Kerbeburschen den Kerbebaum holen, hat das fast schon «Deutschland sucht den Superstar»-Qualität.

Dillingen. Es ist nicht so, dass sich die Tannen im Wald oberhalb des Dillinger Hofs danach sehnten, Kerbebaum zu werden. Im Gegenteil. So viele hier auch in Reih und Glied über vier Jahrzehnte gewachsen sind, keine ist perfekt. Die eine macht sich krumm, die andere ist zu dünn, der dritte ist zu dick. Der nächsten fehlt die Spitze, und das geht ja schon mal gar nicht.

Zwanzig Meinungen

Die Blicke der Kerbeburschen sind am Samstagvormittag nach oben gerichtet, dorthin, wo der blassblaue Himmel von dürren Zweige und staubwedelartigen benadelten Spitzen schaut. Gemächlich hat Harald Gauterin seinen Schlepper vom Dillinger Hof auf den Weg in Richtung Köppern gelenkt. Auf dem Hänger stehen erwartungsvoll und abenteuerhungrig die Kerbeburschen mit noch weißen T-Shirts samt Aufdruck. Sie frozzeln und witzeln und sind doch ein wenig nervös, denn die Sache mit dem Baum ist nicht ohne. Das Gespann hält. Sie springen vom Hänger. Da steht er. Der Kerbebaum 2010. Auf den ersten Blick ist er perfekt. Aber die Wahl des Baumes ist eine Sache für sich, die viele Worte und noch mehr Einwände fordert. «Zu schepp, zu mager», heißt es, «der letzte war schöner». Zwanzig Männer, zwanzig Meinungen. Der Baum hat Glück, wird keines Blickes mehr gewürdigt und darf weiter wachsen.

Kritische Männerblicke

Der Wald hier oben ist nicht eben schön. Tannenmonokultur, zu eng aufgewachsen, um jemals Weihnachtsbaum zu werden. Zwei Drittel der Stämme haben magere braune Ästchen, die Gauterin später mit der Motorsäge abrasieren wird wie nichts. Oben aber, wohin der Blick kaum noch reicht, dann doch das Grün – das Kerbebaumgrün.

Wenn nur die kritischen Männerblicke nicht wären: «Der ist gefühlt zu dick», heißt es hier. «Wenn es so einfach wär», könnt» man sie ja auch im Katalog bestellen.» Die Hitze und Dürre der vergangenen Wochen hat den Bäumen zugesetzt. Das Holz ist mürbe. «Wenn wir die nehmen, kracht sie runter, und die Spitze ist dahin.» Zwanzig Kerbeburschen im unwegsamen Unterholz, eine Bühneninszenierung, die es in sich hat. Dann fällen sie das Urteil: «Das ist unser Baum.»

Gauterin setzt die Säge an, der Baum sinkt in Zeitlupentempo hernieder. Die Spitze ist dran. Erleichtert tragen sie den langen Stamm zum Hänger. Gauterin fährt zum Hof und kommt mit frischem Kerbe-T-Shirt und selbstgekeltertem Apfelwein zurück. Der Baum ragt aus dem Hänger, fest vertäut mit einem blauen Synthetikband, das nicht reißen kann. Die Spitze irgendwo weit hinten wippt, die Jungs halten den Atem an. Dann ein Schoppen, dann die Gesänge, die Mut und Laune machen für die traditionelle Tour zu den Gerlachs, wo eine Vesper wartet und selbst gebrannter Mirabellenschnaps.

Als die grüne Dillinger Fahne gehisst ist, weiter zum Kerbefreund Helmut Völler und dem Vorsitzenden Frank Kunz. Oben auf der «Bermuda-Meile», an der Kreuzung zur Dillinger Straße, warten die emsigen Kerbebienen auf Burschen und Baum. Mit großem Hallo und von der Trommel angefeuertem Tamtam.

 

PostHeaderIcon Vorglühen für die Kerb (TZ vom 16.07.07)

Friedrichsdorf. Üben für den Ernstfall kann nicht schaden. Das sagen sich auch die Dillinger und bereiten sich schon auf die kommende Woche stattfindende Kerb vor. Morgen leiten die «Kerbebienen» die Kerbe-Saison der «freien Republik Dillingen» mit der mittlerweile bei Jung und Alt bekannten und immer beliebter gewordenen Vorkerb ein. Dazu ist natürlich auch das «Talvolk» aus dem benachbarten Friedrichsdorf herzlich willkommen.

Traditionell beginnen die Feierlichkeiten mit dem Stellen des Kerbebaumes, der durch die Dillinger Kerbeburschen pünktlich mit dem «Domgeläut» um Punkt 16 Uhr am Haus der Familie Halbig in der Dillinger Straße 40 aufgestellt wird. Wie jedes Jahr wird der Baum von den Burschen selbst ausgewählt, geschlagen und geschmückt, bevor er seine letzte Reise nach Dillingen antritt.

Nach dem Baumstellen folgt gleich der zweite offizielle Akt. Denn dann versammeln sich alte und neue «Dillinger Größen», um in dem rustikalen und gemütlichen Ambiente im Schatten der «Gustav-Schneider-Arena» in der Dillinger Straße 36 den Anlass gebührend zu feiern. Für gute Stimmung sorgen die «Kerbebienen «mit selbst gemachten Salaten, leckerem Grillfleisch und natürlich mit jeder Menge kalter Getränke.

Zum zweiten Mal wird der Dillinger «Nagelkönig» ausgespielt, natürlich nicht ohne Handicap. Wer die Dillinger kennt, weiß: Das Schlaggerät bei diesem Wettbewerb wird selbstverständlich kein ordinärer Hammer sein. Womit genau geschlagen wird, wollen die Kerbeburschen bis morgen geheim halten.

Während sich die «Kerbebienen» um das leibliche Wohl kümmern, können die Kerbeburschen nach getaner Arbeit in der eigens für sie eingerichteten «VIP-Lounge» feiern, bevor sie vom 23. Juli an für eine gelungene Kerb sorgen wollen und den bekannten Schlachtruf brüllen: «Ruff uff de Berch.»